Feinkeramik – Eigenschaften und Verwendung

Keramiken bestehen zum größten Teil aus kristallinen, nicht organischen Rohstoffen, die sich durch die Zugabe von Wasser formen lassen. Durch Lufttrocknung und einem darauf folgenden Brennvorgang bei Temperaturen über 700 Grad Celsius wird das Material im Anschluss gehärtet. Eingesetzte Rohstoffe können Gesteine wie Feldspat, Kaolin oder Quarz sein. Der Unterschied zu Grob- und Feinkeramik liegt in der Feinheit der eingesetzten Rohstoffe. Für Feinkeramik werden ausschließlich Korngrößen unter einem Durchmesser von 0,05 mm verwendet und die Farbe einsetzbarer Materialien ist eindeutig festgelegt. Aufgrund der wesentlich feineren Struktur, bedarf die Verarbeitung von Feinkeramik wesentlich mehr Genauigkeit und Sorgfalt als im Vergleich zu Grobkeramik. Allerdings lassen sich mit Feinkeramik aber auch wesentlich hochwertigere und edlere Produkte schaffen.

Das Einsatzgebiet von Feinkeramik

Feinkeramik findet sich in Küchen, Bädern und sogar auf dem Esstisch wieder. Durch eine dünn aufgetragene Glasschicht, die sogenannte Glasur, werden Fliesen, Becken und Geschirr aus Keramik wasserdicht, robust und pflegeleicht. Druckstellen entstehen selbst bei stärkerer Belastung nicht auf diesem Material. Zudem ist es brandsicher. Aufgrund dieser Eigenschaften wird Feinkeramik besonders gerne für Fliesen in Bädern oder Küchen eingesetzt.

Feinkeramik bedarf professioneller Bearbeitung

Obwohl Keramik sehr viele robuste Eigenschaften mit sich bringt, so kann es vor allem bei der Verarbeitung empfindlich reagieren. Keramik ist ein sehr harter Stoff, wodurch Produkte wie Fliesen besonders schnell beim Zuschneiden brechen können. Für eine fachmännische Bearbeitung sind daher besondere Werkzeuge notwendig, darunter Keramikschneider, Richtlatte, so wie Loch- und Brechzangen. Für den Zuschnitt, wie zum Beispiel bei Fliesen, wird durch Anritzen mit einem Schneiderad eine Sollbruchstelle erzeugt. Damit für diesen Vorgang möglichst wenig Druck erzeugt werden muss, sollte das Schneiderad entsprechend scharf sein. Zur Eigensicherung empfiehlt sich das Tragen schnittfester Handschuhe. Denn beim Schneiden entstehen scharfe Kanten.

Qualitative Unterschiede von Feinkeramik

Besonders die Oberfläche von Keramik sagt viel über deren Qualität aus. Gibt es Fehler in der Glasur oder Verfärbungen, möglicherweise durch einen ungleichmäßigen Brennvorgang, so ist dies oft ein guter Grund für einen Preisnachlass. Besonders bei Keramik für den Sanitärbereich sollte allerdings auf eine glatte Oberfläche Wert gelegt werden. Denn durch Unebenheiten können Schmutzablagerungen entstehen und die Reinigung wird erschwert.