Unterschiedliche Arten und Qualitäten von Fliesen

Wie bei allen anderen Naturmaterialien auch gibt es bei der Fliese unterschiedliche Arten und differenzierte Qualitäten. Die verschiedenen Arten werden nach der Wasseraufnahmefähigkeit und der Brandtemperatur unterschieden. Daraus ergeben sich dann die differenzierten Eigenschaften der Fliese. Es wird in 3 gängige Arten unterschieden:

– Steingut – 10 % Wasseraufnahmefähigkeit zeichnen diese herkömmliche Art der Fliese aus. Die Brenntemperatur liegt um die 1000 Grad und sie ist sehr porös, deshalb wird sie fast ausschließlich im Innenbereich verwandt. Sie ist einfach und problemlos zu verarbeiten, jedoch nicht frostbeständig.
– Feinsteinzeug – hat eine Wasseraufnahmefähigkeit von weniger als 0,5 %, was sie sehr bruchfest und frostbeständig macht. Mit einer Brenntemperatur von über 1300 Grad eignet sie sich besonders gut für Terrassen und wird im Außenbereich verwandt. Für ihre etwas schwierigere Verlegung werden Spezialkleber und spezielle Fugenmittel benötigt.
– Steinzeug – mit etwa 1200 Grad Brenntemperatur und um die 3 % Wasseraufnahmefähigkeit liegt diese Fliese im Mittelfeld und ist weniger porös. Sie wird in stark beanspruchten Räumen verlegt und ist relativ frostbeständig. Gerne wird sie in Kalträumen wie Keller oder Garage verwandt, jedoch seltener für den Außenbereich, da sie nicht frostsicher ist.

Bei diesen gravierenden Unterschieden ist genau abzuwägen, welche Fliese man benötigt. Sie soll den Anforderungen genügen und für die jeweilige Verwendung oder den jeweiligen Raum geeignet sein. So entscheidet die Art, aber auch die Qualität der Fliese über die geeignete Verwendung. Neben dem Wasseraufnahmevermögen wird noch in Abriebfestigkeit und Rutschsicherheit bei den Qualitäten unterschieden.

Das Wasseraufnahmevermögen teilt sich in 5 Kategorien:

– Kategorie Ia – maximal 0,5 % Wasseraufnahme
– Kategorie Ib – maximal 3 % Wasseraufnahme
– Kategorie IIa – 3 – 6 % Wasseraufnahme
– Kategorie IIb – 6 – 10 % Wasseraufnahme
– Kategorie III – mehr als 10 % Wasseraufnahme

Die ersten beiden Kategorien eignen sich hervorragend für den Außenbereich, da sie sehr frostsicher sind.
Eine unterschiedliche Beanspruchung der Fliese zeichnet deren Abriebfestigkeit aus und wird in den Klassen 0 – 5 unterschieden. Stark beanspruchte Räume sollten daher eine Abriebfestigkeit von 5 für die Fliese haben. Die Rutschsicherheit der Fliese wird ebenfalls in 5 Kategorien unterschieden und ist besonders wichtig. R9 bis R13 sind hier die Bezeichnungen, wobei R9 die geringste Rutschsicherheit darstellt. Die Rutschsicherheit nach Kategorien sortiert ist jedoch nur theoretisch, es kommt immer auf die Umgebung der Fliese an. In der Küche wird sie durch das Fett steigen und im Bad sich vermindern, da die Feuchtigkeit sie stumpf macht. Auch ist zu bedenken, dass die Fliese, je rutschsicherer sie ist, schlechter zu Reinigen ist.